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Thomas Thelen empfiehlt: Norbert Zähringers Roman „Wo wir waren“

In unserer Rubrik „Thelens Lesetipp“ stellt unser Chefredakteur Thomas Thelen Ihnen absolut lesenswerte Bücher vor. Lassen Sie sich inspirieren und entdecken Sie Ihr nächstes Lieblingsbuch.

Darum geht es in diesem Roman:

In der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1969 betritt Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Abermillionen verfolgen auf der Erde die Fernsehübertragung. Das machen sich einige zunutze. Martha Rohn etwa, eine Mörderin, entkommt in jener fernsehstillen Nacht aus dem Frauenzuchthaus, und – Zufall oder nicht – ihr fünfjähriger Sohn Hardy flieht aus dem Kinderheim, in das er als vermeintliches Waisenkind „Nummer 13“ nach ihrer Verurteilung gesteckt wurde. Er weiß ja gar nichts über sie, weiß nicht einmal, dass sie noch lebt. Ein Ehepaar nimmt sich seiner an, bietet ihm ein Zuhause in einer Siedlung am Kahlen Hang, im Rheingau. Da träumt er davon, eines Tages Astronaut zu werden, und tatsächlich – Jahre später, in Amerika, ist die Verwirklichung des Kindheitstraums zum Greifen nah.


„Wo wir waren“ ist ein großes Wagnis, weil Norbert Zähringer sich nicht weniger vornimmt, als den Abriss eines ganzen Jahrhunderts. Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wo waren die Menschen dieses Romans, als Weltgeschichte geschrieben wurde? Was taten sie? Zähringer ist kein literarischer Bedenkenträger, wie ihn die deutsche Gegenwartsliteratur inflationär zu bieten hat, sondern ein begnadeter Geschichtenerzähler.

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Norbert Zähringer

Wo wir waren | Roman | 512 Seiten (2020) | Rowohlt Verlag

Norbert Zähringer, 1967 in Stuttgart geboren, wuchs in Wiesbaden auf. Er veröffentlichte die Romane «So», «Als ich schlief», «Einer von vielen» und «Bis zum Ende der Welt». Für einen Ausschnitt aus «Wo wir waren» wurde er vorab mit dem Robert-Gernhardt-Preis ausgezeichnet, später wurde der Roman für den Deutschen Buchpreis 2019 nominiert. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.