FreizeitGuide Euregio Eifelsteig Spezial © Peter Stollenwerk

Eifelsteig Etappe 4: Wandern Sie mit uns nach Gemünd

Einruhr, das Dorf am Obersee, bildet eigentlich den Ausgangspunkt für die Tour mitten durch den Nationalpark Eifel. Bitte beachten Sie, dass wir im rückwärtigen Lauf – also ab Gemünd nach Einruhr – wandern. Auf dem Obersee ziehen lautlos die Elektro-Fahrgastschiffe der Rurseeschifffahrt vorbei, die auch stets gerne müde Wanderer aufnehmen. „Amazonas der Eifel“ wird der Urftarm des Obersees auch genannt. Dicht bewaldet mit genügsamen Traubeneichen, die sich an die felsigen Hänge klammern, sind die Hügel, und die Vegetation reicht bis ans Ufer. Jetzt befinden wir uns bereits mitten im Nationalpark Eifel, der im Jahr 2004 ausgerufen wurde. Der Nationalpark Eifel ist der 13. Nationalpark in Deutschland und der erste in Nordrhein-Westfalen. Mit einer Fläche von rund 11.000 Hektar ist das Schutzgebiet zwar relativ klein, aber ganz auf eine Zukunft als Urwald ausgerichtet. Rund 3.000 Hektar der Fläche bilden die Dreiborner Hochfläche. Früher Teil des ehemaligen Truppenübungsplatzes Vogelsang, ziehen heute Schafherden über die endlosen Grasflächen. Ende Mai verwandelt blühender Ginster, das Eifelgold, die Landschaft in ein strahlend gelbes Farbenmeer. Mindestens 75 Prozent der Nationalparkfläche sollen innerhalb von 30 Jahren nach Gründung des Parks ohne menschliche Nutzung der Natur überlassen werden.

Kommen Sie mit uns auf die 4. Etappe des Eifelsteigs in NRW in Begleitung der versierten Naturführerin Irmgard Ehlert aus Mützenich! Jedes (neu angemeldete) Wanderpaar erhält zudem von uns den FreizeitGuide Euregio Spezial Eifelsteig gratis dazu. Nur die An- und Abreise müssen Sie in Eigenregie durchführen. Für den Transport zum jeweiligen Ausgangsort dient ein Linien- oder Wanderbus, die Kosten gehen auf eigene Rechnung und betragen bei dieser Etappe rund 3,- € p.P.. 

Sie sollten wanderbegeistert und fit sein, um diese Etappe mit zu wandern. Bitte denken Sie unterwegs an persönliche Verpflegung und Getränke sowie wetterangepasste Kleidung und entsprechendes Schuhwerk! Die Wanderung findet bei jeder Witterung statt!

Wenn dem Wanderer also etwas befremdlich anmutende Parzellen mit stehendem Totholz auffallen, sollte er wissen, dass es sich ausnahmsweise nicht um die Folgen des fortschreitenden Waldsterbens handelt. Entlang des Oberseerandweges fallen auf dem letzten Teilstück immer häufiger mächtige Bodenkrater auf. Hierbei handelt es sich um Bombentrichter, die von einem britischen Luftangriff im Dezember 1944 stammen. Extrem steil bergan führt das abschließende Wegstück hinauf zur Staumauer der Urfttalsperre.  Weiter auf dem Eifelsteig geht es noch ein Stück stramm aufwärts, ehe sich die Hochfläche öffnet und die Wüstung Wollseifen sichtbar wird. Wollseifen, das tote Dorf, wirkt wie ein Überbleibsel aus einer irrealen Welt. Als im Jahr 1946 der erwähnte Truppenübungsplatz eingerichtet wurde, mussten die 500 Bewohner von Wollseifen auf Anweisung der britischen Militärregierung innerhalb von drei Wochen ihre Häuser räumen. Die ehemalige Pfarrkirche St. Rochus, deren letzte Kirchenglocke heute im Turm der Pfarrkirche St. Apollonia Steckenborn läutet, wurde saniert und kann heute besucht werden. Hinter Wollseifen geht es hinunter ins Neffgesbachtal und gleich wieder aufwärts zum Gelände Vogelsang. Der Weg streift  allerdings nur das geschichtsträchtige Gelände, und so lässt man die bedrückende Nazi-Architektur mit dem gigantischen Fackelträger rasch hinter sich. Nur mit einem separaten Besuch lässt sich die oft erdrückende  Monumentalität des Komplexes mit rund 50.000 Quadratmetern bebauter Fläche erfassen. Nach 2006 nennt sich Vogelsang „Internationaler Platz“ für Toleranz, Vielfalt und friedliches Miteinander mit einem umfangreichen  Ausstellungs-, Kultur- und Bildungsangebot.  Hier oben pfeift gerne ein scharfer Wind, der einige Kilometer weiter hart gekontert wird durch das sauber parzellierte Wohngebiet Malsbenden kurz vor dem gepflegten Kneipp-Kurort Gemünd.  Im besten Sinne gepflegt endet auch die vierte Etappe. Durch den Kurpark geht es in die hübsche Gemünder Innenstadt, wo Urft und Olef zusammenfließen.

FreizeitGuide Euregio Spezial Eifelsteig

Sieben Etappen in NRW

Der Eifelsteig gilt als eine der Top-Wanderrouten Deutschlands, und die Menschen in der Region Aachen haben das Glück, sie direkt vor der Haustür zu haben. Die ersten sieben Etappen der Wanderroute in NRW können Sie nun mit unserem neuen „FreizeitGuide spezial – Eifelsteig“ im praktischen Pocket-Format erkunden. Unser Autor Peter Stollenwerk, selbst gebürtiger Eifler und dort langjähriger Lokalredakteur des Medienhauses Aachen, beschreibt nicht nur einnehmend die Besonderheiten jedes Streckenabschnitts, sondern er gibt in ergänzenden Texten auch Empfehlungen, was Sie entlang der jeweiligen Etappe noch unternehmen und wo Sie einkehren können. Das Heft kann online vorbestellt werden.

Begleitung der Etappen

Zertifizierte Natur- und Waldführerin

Irmgard Ehlert

Irmgard Ehlert ist Jahrgang 1964, verheiratet und hat zwei Töchter. Die in Monschau-Mützenich lebende Diplom-Naturführerin ist außerdem zertifizierte Wald- und Landschaftsführerin (Hohes Venn und Nationalpark Eifel). In ihrer Freizeit durchstreift sie gerne die umliegende Natur und bringt Menschen Flora und Fauna näher.

Streckenführung 4. Etappe Eifelsteig

Strecke: 21 km – Profil: 620 Höhenmeter – Wanderzeit: ca. 7 Stunden – Schwierigkeitsgrad: mittel

Die Bewerbung zur Teilnahme an der Veranstaltung ist nur als Mitglied des Freundeskreises möglich. Bitte melden Sie sich mit Ihren Zugangsdaten an oder registrieren Sie sich kostenlos.

Impressionen Eifelsteig - 4. Etappe - Peter Stollenwerk