© Manfred Kistermann

Fotoausstellung von Manfred Kistermann: „Fasse Dich kurz!“ – ist lange her

Nachdem im letzten Jahr seine große Fotoausstellung „Ganz großer Bahnhof“ im Museum Zinkhütter Hof in Stolberg, direkt an Aachens Stadtgrenze, ein beachtlicher Erfolg war, kann Manfred Kistermann jetzt erneut mit einer beachtenswerten Ausstellung aufwarten. Der Aachener Fotograf und Journalist präsentiert Bilder unter dem Titel „Fasse Dich kurz!“ – ist lange her. Unser langjähriger Medienhausmitarbeiter zeigt dabei das Ableben der Telefonhäuschen und das Aufleben der Smartphone-Welt in teils lustigen, aber auch nachdenkenswerten  Szenen.

Nicht ohne Grund hat die Stadt Aachen zwei der alten, gelben Telefonhäuschen unter Denkmalschutz gestellt. Denn die Telefonzelle, auch amtlich „öffentlicher Fernsprecher“ genannt und oft mit dem Slogan „Fasse Dich kurz!“ versehen, verschwindet aus dem Alltagsbild. Früher oftmals einziges, lebenswichtiges Kommunikationsmittel, begann mit dem Mobilfunkausbau der Abbau der gelben Häuschen hierzulande. Aber auch auf der ganzen Welt ziehen sich langsam die festen Telefone aus den Stadtbildern zurück.

Die aussterbenden Fernsprechzellen und dazu nachdenkenswerte, aber auch lustige Szenen von den Smartphone-Nutzern im Bild festzuhalten, das war das Bestreben des mehrfach ausgezeichneten Fotoreporters. Telefonzellen in vielen Ländern, Smartphonbenutzer und Selfie-Süchtige hat Manfred Kistermann in oftmals sehr skurrilen Begegnungen auf seinen Reisen in aller Welt mit „richtigen“ Fotokameras festgehalten. 

Viele seiner Ergebnisse sind in der  Fotoausstellung vom 9. September bis zum 1. November im Museum Zinkhütter Hof in Stolberg, Cockerillstraße 90, zu sehen.

Für den Freundeskreis gibt es eine exklusive Vorbesichtigung (Preview) der Ausstellung mit einer Einleitung und Führung durch den Fotografen. Wir wünschen tolle fotografische Einblicke und Gespräche!

Die Veränderung der Telefonwelt 

Nicht ohne Grund hat die Stadt Aachen zwei der alten, gelben Telefonhäuschen unter Denkmalschutz gestellt. Denn die Telefonzelle, auch amtlich „öffentlicher Fernsprecher“ genannt, verschwindet mehr und mehr aus dem Alltagsbild.

Früher oftmals einziges, lebenswichtiges Kommunikationsmittel, hat mit dem Mobilfunkausbau der Abbau der gelben und später margenta-farbigen Häuschen hierzulande begonnen. Aber auch auf der ganzen Welt ziehen sich langsam die festen Telefone aus dem Stadtbild zurück.

Einst stand in deutschen Telefonhäuschen der Spruch „Fasse Dich kurz!“. Nicht jeder besaß daheim einen Fernsprecher, viele aber wollten Kontakt per Telefon. Also standen manchmal Menschenschlangen vor dem Häuschen.

Das aber ist lange her. Heute hat das Mobiltelefon die Gesellschaft überflutet. Die Veränderungen unseres sozialen Lebens sind unübersehbar: Bemühte man sich früher um Pünktlichkeit, so reicht heute ein Anruf per Handy, um sich gegenseitlich zeitlich und räumlich zu navigieren. Gespräche, die früher diskret in einer vor Lauschern schützenden Telefonzelle stattfanden, werden heute vor aller Ohren in Bahn und Bus oder auf der Straße ungeniert, oft belästigend öffentlich geführt – möglichst lange und gestenreich. 

Das Mobiltelefon, nur hierzulande Handy genannt, wurde immer mehr zu einer „Mehrzweckwaffe“: Das Telefonieren ist nur noch Nebensache, Jetzt werden Nachrichten geschrieben und mit dem Smartphone versandt – obwohl oft ein Gespräch schneller und kürzer wäre. Mit ihm werden Filme geschaut und kleine Kinder ruhig gestellt. Verbale Kommunikation, also das Gespräch, bleibt oft auf der Strecke. Manche Familienmitglieder kommunizieren lieber untereinander über soziale Netzwerke.

Und weil das Smartphone immer mehr zur Kamera mutiert, wird die Welt mit Fotos überflutet – allen voran mit Selfies, nicht selten jene Bilder selbstverliebter Menschen mit hohem Mitteilungsbedürfnis und dem Drang zu narzisstischer Selbstoptimierung. Nach einer Umfrage des koreanischen Elektronikkonzerns Samsung werden allein in Deutschland etwa drei Milliarden Fotos pro Monat „geschossen“, von denen elf Prozent, also etwa 330 Millionen Fotos, binnen 60 Sekunden ins Internet gelangen. Man spricht deshalb nicht umsonst von einer regelrechten „Bilderflut“.

Telefonzellen in vielen Ländern, Smartphonbenutzer und Selfie-Süchtige hat Manfred Kistermann mit „richtigen“ Fotokameras festgehalten. Das Handy als Handwerkzeug ist dem Fotografen fremd.

Unterstützt wird die Ausstellung auch vom Fernmeldemuseum Aachen, das einige Anschauungsobjekte zur Verfügung gestellt hat.

© Manfred Kistermann

Foto-Ausstellung „Fasse Dich kurz!“ – ist lange her – Manfred Kistermann

Das Museum ist geöffnet:

Dienstag–Freitag: 14 –17h

Samstag: 14 –18h

Sonntag: 10 –18h

Zinkhütter Hof

Cockerillstraße 90

52222 Stolberg

Telefon: 02402 /90313

Viele seiner Ergebnisse sind in der  Fotoausstellung vom 9. September bis zum 1. November im Museum Zinkhütter Hof in Stolberg, Cockerillstraße 90, zu sehen.

Weitere Informationen auf der Website Zinkhütter Hof

Begleitung an diesem Tag

Fotograf

Manfred Kistermann

Manfred Kistermann ist gebürtiger Aachener, aber ein echter Weltenbummler. Schon als Kind zog er mit der Kamera des Vaters los. Als Fotoreporter hat er den Globus umrundet, ist seiner Heimat aber treu geblieben. Dem Medienhaus ist er seit mehr als 40 Jahren verbunden, war verantwortlicher Redakteur und ist heute noch als Autor und Fotograf tätig. 

Seine fotografischen Werke wurden vielfach ausgezeichnet. Er erhielt schon 1969 den Deutschen Jugend-Fotopreis, war Hauptpreisträger beim Wettbewerb „Reporter der Musik“ und erhielt unter anderem Auszeichnungen bei „World-Press-Photo“ und auf der „photokina“. Seine Leidenschaft ist die Strassenfotografie, wovon auch die aktuelle Ausstellung Zeugnis ablegt.

Ausstellungsfotos von Manfred Kistermann

Veranstaltungsfotos

Fotos von Robert Lennartz